Radio Paradiso - Natürlich gesund - 53 - Was machen Stadtteilzentren

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:05: Ich bin Julia Nogli und das Thema ist heute, was machen Stadtteilzentren?

00:00:09: Gäste im Studio sind Ina Fuchs.

00:00:11: Sie ist Sozialarbeiterin in Immanuel-Stadtteilzentrum Schöneberg und Marius Hörning, Sozialarbeiter im Immanuelstadtteil-Zentrum Borsig Walde.

00:00:20: Hallo ich grüße sie beide!

00:00:21: Hallo!

00:00:22: Frau

00:00:23: Fuchs wir fangen mit Ihnen mal an.

00:00:25: Was ist eigentlich ein Stadtteil Zentrum?

00:00:29: Ein Stadtteilzentrum ist ein offener Ort der Begegnung, der es ermöglicht Menschen im Kiez zueinander zu führen, Angebote wahrzunehmen und Bedarfe die im Kiet sichtbar werden.

00:00:42: Die ganz unterschiedlich sein können aufzufangen oder entgegenzuwirken Und auch Gruppen- und Initiativen Räume zu schaffen, die sich treffen wollen, die Initiative groß machen möchten Zum Beispiel auch sowas wie Selbsthilfegruppen, also Räume brauchen für Selbsthilfekruppen.

00:01:04: Genau so was bieten wir an?

00:01:07: und es ist schwierig das in einem Satz zu erklären weil es ganz unterschiedlich sein kann und sich immer ein bisschen danach richtet was denn das jeweilige Kiez braucht.

00:01:18: Und Sie sind ja im Schöneberg?

00:01:20: Richtig!

00:01:20: Wie lange sind Sie selbst dort schon?

00:01:24: Ich bin mit Eröffnung des Stadtteilzentrums letztes Jahr im Mai dazu gestoßen und damit ist eigentlich auch erst die Arbeit richtig losgegangen.

00:01:32: Ah, das noch so frisch!

00:01:34: Genau und deswegen würde ich auch sagen dass wir uns noch im Aufbau befinden und immer noch dabei sind das Kiez besser kennenzulernen und die Gruppen- und ehrenamtlichen Personen und Initiativen die so langsam auf uns zukommen auch kennen zu lernen um ein Bild von Schöneberg zu bekommen.

00:01:53: Herr Hörning, Sie wiederum sind in Borsigwalde?

00:01:56: Auch schon länger oder und was ist da vielleicht anders?

00:02:00: Ich bin seit zwei Jahren im Borsich Walde.

00:02:04: Hab da angefangen mit meiner Kollegin Claudia.

00:02:06: Wir machen das im Kodi Koordination.

00:02:11: Da gab's das Stadtteilzentrum noch nicht so ganz, da war es noch ein bisschen eine Baustelle und ein halbes Jahr später haben wir sie eröffnet.

00:02:17: Aber in der Zeit konnten wir die Zeit nutzen sind wir mit einem Lastenrad durch einen Kiez also durch Borsichwalde haben die Leute kennengelernt, haben genetzt werkt, haben andere Akteure kennen gelernt ja und haben erst mal den Bezirk Den Ortsteil Borsigwalde kennengelernet.

00:02:32: und dann haben wir ein halbisjahr später eröffnete mit dem schönen großen Fest.

00:02:36: Er hat auch die Bezirksbürgermeisterin geredet Und zum Beispiel die Big Band von der Benjamin Franklin Schule.

00:02:47: Das ist eine Oberschule, die hat bei uns gespielt.

00:02:50: zur Öffnung also haben wir den Kids gleich mit eingebunden.

00:02:52: zur Eröffnung ja und dann haben wir mit Angeboten gestartet

00:02:56: Genau.

00:02:56: Und wie erfahren jetzt außer, wenn man natürlich zu einem Fest eingeladen ist oder da vorbeikommt?

00:03:01: Aber wie erfahren die Menschen das es sie da gibt und was man bei ihnen machen kann?

00:03:05: Ist dann eine offene Tür

00:03:07: Ja also in der Zeit Wie gesagt als Stadtteilzentrum noch nicht Da war sind wir mit dem Lastenrad durch Borsichwalde haben uns auch dahingestellt und haben versucht Mit den menschen ins Gespräch zu kommen ja und sind Zu anderen Akteuren gegangen zum lokalen Fußballverein zu den Gemeintensympfer gegangen, haben die kennengelernt um ja den Kiez kennenzulernen.

00:03:30: Um gleich uns zu vernetzen und ja zu gucken was wir hier machen können so ja und dann haben wir begonnen erst mal mit niedrigschwelligen Angeboten.

00:03:40: und das besondere an Stadtteilzentrum ist ja auch dass man nicht nur an Angebote teilnehmen kann sondern man kann auch seine Ideen selber einbringen und eigene Angebote machen.

00:03:50: Und wir sind jetzt seit einhalb Jahren dabei.

00:03:53: und viele Angebote, die es bei uns gibt.

00:03:55: Die machen nicht wir sondern die machen die Besucherinnen und Besucher.

00:03:58: Was sind das so für Sachen?

00:03:59: Zum

00:04:00: Spielenachmittag, Nehandarbeitsrunde.

00:04:04: aber auch werden wir bei Angeboten unterstützt zum Beispiel bei Events.

00:04:09: letztes Jahr haben wir bei der Fetteller Musik gemacht und ohne die ganzen ehrenamtlichen wäre das gar nicht möglich gewesen, weil sie uns ja tatkräftig bei der Fest unterstützt haben.

00:04:20: Also

00:04:20: am vor der Tür Bands gespielt oder?

00:04:22: Ja wir haben Vorplatz bei uns und da haben wir eine Bühne aufgebaut und dann noch einer Bandsgespielt.

00:04:27: Wir haben Waffeln verkauft und es war ein sehr schönes Event und dieses Jahr nehmen wir auch wieder daran teil, weil's letztes Jahr so schön war!

00:04:35: Ja,

00:04:36: Frau Fuchs wenn man das so hört denkt man.

00:04:38: Wenn es das nicht gäbe müsste man's erfinden.

00:04:40: also ist schon eine total sinnvolle Sache.

00:04:42: und ist es bei ihnen jetzt schon ein bisschen angelaufen?

00:04:45: oder sind sie immer noch mehr im Aufbau?

00:04:46: Oder sind schon Leute da?

00:04:48: Ja, Schöneberg ist ein total belebtes Kiez was sehr schnell die Lust hatte sich einzubringen und den Weg zu uns gesucht hat.

00:04:56: Und dadurch sind jetzt schon Gruppen entstanden wie auch Handarbeitsgruppen etiopisches Essen, Strickgruppen, polnisches Familiencafé also wirklich ganz unterschiedlich aber auch eben Initiativen Zum Beispiel Kinderschutzbeauftragte in Sportvereinen, die sich treffen und Fallsupervisionen machen.

00:05:20: Und dann nicht unbedingt jetzt ein Angebot für alle sind aber trotzdem die Räume nutzen.

00:05:27: Okay, und machen Sie auch so was selber wie Mietberatung oder sowas?

00:05:33: Ja wir haben jetzt seit einem halben Jahr eine kostenlose Rechtsberatungen.

00:05:38: Die Irina Renner bietet auch wirklich ganz tolle Rechtsgebiete an.

00:05:43: also es sind sehr großer Mehrwert für Berlin würde ich schon sagen weil viele aus unterschiedlichen Bereichen aus Berlin das Angebot nutzen.

00:05:52: Wir haben auch eine Schreib- und Verweisberatung.

00:05:56: So wie ein... Was ist das?

00:05:58: Das ist, die Herausforderungen besteht ja ganz oft darin dass man erstmal vor so Anträgen sitzt und sich denkt was soll ich da eigentlich einfüllen ausfüllen und das ist so die Schreibberatungs dahinter vielleicht auch für Personen die grundsätzliche irgendwie Schwierigkeiten haben Deutsch zu verstehen.

00:06:17: Und Verweisberatung ist auch die Richtung weisende Beratung.

00:06:23: zu sagen, mit diesem Anliegen können Sie an die und die Stelle oder an die beratungsstelle dass die Person erst mal so eine gewisse Form von Orientierung und erste Unterstützung erhält.

00:06:34: Genau.

00:06:34: Und wir haben jetzt zum Beispiel auch eine ganz tolle Ehrenamtlerin, die ehemalige Supervisorin und Beraterin ist und jetzt einfach Lust hat, ehrenamtlich und kostenlos psychosoziale Beratung bei uns anzubieten.

00:06:47: Also gerade das Beratungsangebot wächst stetig.

00:06:51: Ist das bei Ihnen auch so?

00:06:52: Vermutlich machen Borsich Walde.

00:06:54: Ja, wir haben auch einige Beratungen Angebote.

00:06:57: Wir haben ne wöchentliche Sozialberatung, ne monatliche Berufsberatungen.

00:07:02: Dann gibt es bei uns auch eine Familienberatung, weil unser Träger macht selbst eine Familien-Beratung.

00:07:08: Und da haben wir dann einfach Kolleginnen und Kollegen die bei uns einmal die Woche zu uns kommen und eine Familien Beratung machen.

00:07:16: Zwei Kollegen machen noch zusätzlich alle zwei Wochen ne Väter-Sprechstunde.

00:07:23: Sozialberatungen findet eigentlich jeden Tag statt.

00:07:26: Also Besucherinnen und Besucher kommen mit Fragen und da machen wir auch Tür-und Angelberatung.

00:07:33: Und was ist auch ganz wichtig?

00:07:35: Einfach so zwischendurch, es ist ein Frühstück und dann haben sie Fragen und dann versuchen wir da zu unterstützen.

00:07:43: Nicht lange auf dem Termin warten, Wochenlang oder so.

00:07:47: Wir können auch manchmal wenn die Kapazitäten da sind, Termine machen.

00:07:51: also das machen wir Bezirk, Reinigendorf gut vernetzt und wir wissen wo es was gibt.

00:08:00: Also vermitteln wir auch Besucherinnen und Besuchern mit ihren Anfragen.

00:08:04: wenn's zum Beispiel um Pflege geht haben wir eine Mitarbeiterin die sich da auskennt im Träger oder wie vermittelt zum Pflegestützpunkt und zu allen anderen Stellen die Not.

00:08:15: diese brauchen ja

00:08:16: das ganze aber auch wie man richtig raus hört in der angenehmen Atmosphäre.

00:08:20: also man merkt richtig sie arbeiten da auch gerne sind Sie da jeden Tag?

00:08:24: Und Ihre Kollegen?

00:08:25: Ja, wir sind jeden Tag da.

00:08:27: Wir arbeiten auch gerne da!

00:08:29: Also sehr gerne.

00:08:31: Natürlich gibt es auch Herausforderungen mit Besuchern und Besucheren.

00:08:35: So ist das nicht aber das gehört halt dazu.

00:08:38: Wir sind Menschen und finden da mal den besten Weg.

00:08:42: Aber ich glaube, ich kann auch für meine Kolleginnen und Kollegen sprechen dass wir sehr gerne da arbeiten.

00:08:48: Frau Fuchs bei Ihnen ist jetzt alles noch so neu, aber es läuft an.

00:08:52: Vielleicht dadurch dass das Schöneberg ist haben Sie ja vorhin auch gesagt mehr Menschen mit Migrationshintergrund kommen auch also wirklich gebürft alle irgendwie zu ihnen, sich trauen.

00:09:02: Ja

00:09:02: auf jeden Fall genau!

00:09:03: Also Trauen ist vielleicht ein gutes Stichwort weil ich glaube dass noch viel mehr Menschen Stadtteilarbeit in Anspruch nehmen dürfen weil Begegnungen und kleine Unterstützung und vielleicht auch einfach mal nettes Gespräch mit einem Nachbarn total gut sein kann ohne direkt von gesellschaftlichen Ja, mit Nachteiligung aktiv betroffen zu sein.

00:09:27: Also das ist auch eine ganz große Einladung dass Stadtteilzentren für alle da sind und für alle irgendwie einen schönen Ort darstellen können.

00:09:36: Und ich denke es liegt so ein bisschen auf der Hand das Senior in die einfach ein bisschen mehr Zeit haben, ganz schnell in Stadtteil Zentren finden.

00:09:44: Aber auch gut so?

00:09:46: Sind ja oft einsam oder so?

00:09:48: Genau!

00:09:51: dürfen es auch immer mehr werden, wobei auch das Klientel einfach je nach Gruppe auch ganz unterschiedlich ist.

00:10:00: Na das ist ja ein ganz gut!

00:10:01: Haben sie auch sozusagen Stammgäste die da immer mal auf den Kaffee kommen oder so was auch okay ist?

00:10:05: Ja definitiv.

00:10:06: also wir freuen uns immer darüber weil es einfach so ein bisschen dieses Kiezgefühl bestärkt, dass wir an einem Ort sind wo die Leute direkt mal vorbeikommen können und es so eine Leichtigkeit betont.

00:10:26: Da wachsen immer mehr Menschen dahin.

00:10:29: zu sagen ich bin auf jeden Fall mindestens einmal die Woche da und da freuen uns immer ganz doll drüber

00:10:35: kommt offenbar wirklich gut an und Beratungsbedarf gibt es ja wahrlich viel bei den Menschen.

00:10:40: Nun ist das ja von der Beratung plus Leben, ist sozusagen der Träger.

00:10:43: also dadurch wird es ermöglicht dass sie sozusagen bezahlt werden und auch dass die Leute diese Beratungen gar nicht bezahlen müssen.

00:10:50: nein es ist dann kostenfrei alles.

00:10:51: Ja es ist alles kostenfrei.

00:10:53: Die meisten Beratungen werden durch mitarbeitende Kollegen von unserem Träger bereitgestellt.

00:11:00: Also ich mache auch zum Beispiel Sozialberatung, von der Familienberatungen kommen Kolleginnen und Kollegen von der FB.

00:11:06: aber es gibt auch Kooperationen z. B. die Berufs- beratung ist auch umsonst und das macht Beratung... und Bildung in Berlin.

00:11:15: Das ist aber, die machen das auch kostenfrei.

00:11:18: Aber in der Regel sind alle Angebote bei uns kostenfrei höchstens mal beim Malangebot wenn dann die ehrenamtliche Dinge mitbringt.

00:11:26: also dann sind da Sachkosten.

00:11:28: bitte mal darum Frau

00:11:30: Fuchs, warum glauben Sie?

00:11:32: Das sind ja jetzt zwei relativ neue Stadtteilzentren.

00:11:34: Wahrscheinlich gibt es noch mehr oder werden noch mehr etabliert.

00:11:37: der Träger Beratung plus Leben.

00:11:39: Warum was ist der Gedanke so etwas hinzustellen ihre Gehälter zu bezahlen den Leuten kostenlos sowas anzubieten eine Beratungen zum Beispiel oder einen Kaffee trinken?

00:11:49: Ergänzend muss man dazu sagen, dass es in Kooperation mit der Senatsverwaltung ins Leben gerufen wird.

00:11:55: Also ohne die Förderung der Senatverwaltungen könnte es die Stadtteilzentren nicht geben und ich glaube das ist ein gemeinsames Ziel es gegen Einsamkeit zu wirken und vor allen Dingen den Fokus auf Gemeinschaft und Demokratie zu lenken.

00:12:10: Und diese hofft einfach immer mehr Stadtteilzentren auch in Berlin gründen zu können, weil es ein bewährtes Konzept ist Menschen zusammenzubringen und vor allen Dingen wie sich ja in beiden Stadtteil-Zentren zeigt Ehrenamt zu vereinen und wieder sichtbar zu machen dass wir miteinander ganz viele schöne Dinge schaffen müssen können.

00:12:36: Und das wir aus dieser gesellschaftlichen Spaltung rauskommen und

00:12:44: es

00:12:45: sich gut anfühlt, wenn jemand aus dem Kind sagt hey ich habe Lust einen Spaziergang zu machen.

00:12:50: Und damit Menschen erreicht die sagen oh ja auch ich wollte schon immer mal wieder mal irgendwie anders durch Schöneberg gehen und so entsteht glaube ich für die Gesellschaft ein ganz ganz großer Mehrwert.

00:13:03: Würden Sie das auch so bestätigen?

00:13:04: Ja ich würde das auch.

00:13:06: Man merkt auch wirklich bei der Arbeit zu uns kommen die Menschen und sie lernen sich bei uns kennen, obwohl sie nebeneinander wohnen.

00:13:14: Und es ist bei uns wirklich vorgekommen dass da Nachbarin sind, die sich auf der Straße begegnet sind und nie ein Wort gewechselt haben.

00:13:23: Bei uns haben Sie sich dann kennengelernt und verabreden sich jetzt schon außerhalb des Stadtteilzentrums.

00:13:28: Ja genau

00:13:29: so

00:13:30: ist gedacht war schon so und wir haben auch Besucherinnen, die fast täglich kommen.

00:13:36: Also es wird auch gesagt das ist ihr zweites Zuhause und ist wie eine zweite Familie.

00:13:42: also man merkt das richtig.

00:13:45: was für ein Einfluss das hat auch auf die Umgebung dass man sie wirklich zusammen bringt und dann auch Sachen entstehen.

00:13:54: also das ist ja toll

00:13:56: Freut sich Marius Hörning, Sozialarbeiter im Immanuel Stadtzentrum Borsig-Weiderm.

00:14:01: Dieses und auch das relativ neue Immanuel-Stadtteilzentrum in Schöneberg haben wir heute vorgestellt.

00:14:07: Das Besondere an diesen Stadtteilzentren ist also nicht nur dass man an Angeboten etwa Beratungen teilnehmen kann sondern auch eigene Ideen für Aktionen einbringen kann.

00:14:17: Mehr Infos zu all dem hier auf www.paradiso.de in unserer Mediathek unter natürlich gesund!

00:14:24: Natürlich Gesund, der Radioparadiso Gesundheits Podcast mit Julia Nogli

00:14:29: und

00:14:30: der Immanuel-Albertinendiakonie.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.